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 Wertung zu "Romeo und Julia auf dem Dorfe" Nächstes Thema anzeigen
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Tonia



Anmeldungsdatum: 16.11.2008
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: So, 16.11.2008 00:24 Nach oben

Ich muss für die Schule (13. Klasse) eine Wertung zu einem Auszug aus "Romeo und Julia auf dem Dorfe" von Gottfried Keller schreiben.

Könnt ihr mir vielleicht helfen? Was könnt ich noch schreiben? Wie klingt es besser? Oder hab ich sogar am Thema vorbei geschrieben?
Ich bin in solchen Dingen einfach nicht so gut. Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

Vorgeschichte:
-zwei verfeindete, verarmte Bauernfamilien
-Sali und Vrenchen(Kinder der Bauern) verlieben sich ineinander
-treffen sich wieder
-Vater von Vrenchen erwischt beide
-Sali schlägt ihn mit einem Stein > Vater wird verrückt
-Vrenchen verkauft Haus und Hof
-beide wollen einen gemeinsamen Tag miteinander verbringen

Inhalt des Auszugs:
-Sali holt Vrenchen ab
-beide warten noch auf eine Bäuerin, die das Bett gekauft hat und es abholen will
-Bäuerin erscheint
-Vrenchen erzählt, dass Sali in der Lotterie gewonnen hätte und beide nun heiraten und in eine Villa in die Stadt ziehen wollen
-Vrenchen lädt Bäuerin zu Besuch ein
-Sali und Vrenchen machen sich auf den Weg und einen schönen Tag miteinander zu verbringen

Ich habe die freie Wahl worüber ich eine Wertung schreiben möchte. Meine Wertung:

Die Frage ist nun: Warum lügt Vrenchen?
Sali und Vrenchen möchten einen schönen gemeinsamen Tag miteinander verbringen, sie haben sich beide chic angezogen und etwas Geld zusammen gesammelt und wollen sich nun auf den Weg zum Tanz in ein Nachbardorf machen. Beide warten nur noch auf eine Bäuerin, die das Bett abholen kommt.
Ein Grund für Vrenchen Lügen konnte sein, dass sie sich ihren schönen Tag nicht verderben möchte. Beide haben sich herausgeputzt und träumen davon reich zu sein und voller Überzeugung, dass es doch noch ein Happy End für ihre Liebe geben könnte, spricht Vrenchen ihren Traum laut gegenüber der Bäuerin aus und lädt diese sogar zu ihrem potentiellen neuen zu Hause ein.
Aber was wäre die Alternative gewesen? Vrenchen hätte auch die Wahrheit sagen können, dass die Liebe der Beiden aussichtslos ist und sie einen schönen Tag mit einander verbringen wollen, um ihre Probleme mal für eine kurze Zeit zu vergessen. Hier findet sich aber wiederum ein neues Problem. Denn wenn Vrenchen die Wahrheit sagen würde, müsste sie erklären, wie sie ihre Zukunft planen. Da Vrenchen mittellos ist, müsste sie bei irgendjemanden angestellt werden, was gleichsam die Trennung der beiden bedeuten würde und das Aus ihrer Liebe. Entscheiden sich beide aber für ihre Liebe hätten sie in der damalige Zeit nur die Wahl sich umzubringen oder in Spott und Armut ihr Leben zu fristen. Letzteres widerspricht aber den moralenschen Grundsätzen ihrer Zeit, somit bleibt nur der Tod zur Erhaltung ihrer Liebe.
Da es sich aber für den Menschen nicht gehört seine Selbstmordpläne öffentlich zu machen, bleibt Vrenchen hier keine andere Lösung als zu flunkern.
Somit wären Vrenchens Lügen gerechtfertigt.

Könnt ihr mir helfen, dass diese Wertung besser klingt? Fallen euch bessere Argumente ein? (Ich brauch ca 300 bis 400 Wörter)

Danke im Vorraus, Toni.
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Verfasst am: Nach oben

Die Supernanny
Gast





BeitragVerfasst am: So, 16.11.2008 01:26 Nach oben

Hi Toni!

Ich kann mit deinem Text überhaupt nichts anfangen. Es entspricht so gar nicht dem Niveau einer 13. Klasse. Du nimmst den Vorfall in dem Textabschnitt der Novelle so, als ob er sich wirklich zugetragen hätte und bewertest ihn. Deine Hauptfrage ist, warum Vrenchen lügt und ob dies moralisch gerechtfertigt sei. Du gehst in keiner Weise darauf ein, dass dies ein fiktionaler Text ist, den der Autor mit einer bestimmten Absicht geschrieben hat. Vrenchen lügt, weil Keller sie lügen lässt. Aber warum lässt Keller sie dermaßen ausschweifend lügen? Eine Novelle ist ja im Vergleich zum Drama und Roman eine literarische Kurzform - warum wird der Lügengeschichte dermaßen viel Platz eingeräumt? Was soll ihre Lügengeschichte beim Leser bewirken und was ist ihre Funktion im Gesamtkonzept der Novelle? Wozu zum Beispiel setzt Keller noch einen drauf und lässt Vrenchen die Bäuerin sogar noch in ihr neues Zushause einladen; ist das für das Geschehen in der Novelle nicht völlig unnötig?

Das sind die Fragen, die du meiner Meinung nach bewerten müsstest. Du machst daraus ein Erörterungsthema für die Mittelstufe - das kann doch wohl nicht dein Ernst sein.

Außerdem wurde ihr Hof versteigert (Vrenchen verkauft ihn nicht) und noch gibt es keine Selbstmordpläne der beiden.
Ghostbuster
Gast





BeitragVerfasst am: So, 16.11.2008 10:56 Nach oben

http://www.schoolwork.de/forum/thema_15545.html
Tonia



Anmeldungsdatum: 16.11.2008
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: So, 16.11.2008 21:59 Nach oben

zu DIE SUPERNANNY:
Dein Kommentar baut mich wirklich ungemein auf. wenn ich mal wieder ein Problem habe frag ich dich einfach vorher.
Ich weiß selbst, dass ich schlecht schreibe. Positive Bestärkung würde mir da wirklich mehr helfen als alles zu kritisieren was ich schreibe. Ich gebe mir wenigstens Mühe.
Außerdem soll ich eine Wertung und keine Analyse schreiben.

Lass bitte einfach beim nächsten Mal solche Sinnlosen und unnötigen Kommentare weg. Das würde mir schon ungemein helfen.
Ich fühle mich nämlich auch so schon schlecht genug, wenn ich daran denke einen Text schreiben zu müssen und suche mir wenigsten Hilfe. Da kann ich es echt nicht gebrauchen, wenn mich einer noch schlecht macht, denn das weiß ich auch selbst.

Meine Korrektur:

Die Frage ist nun: Warum lügt Vrenchen?
Sali und Vrenchen möchten einen schönen gemeinsamen Tag miteinander verbringen, sie haben sich beide fein angezogen und etwas Geld zusammen gesammelt und wollen sich nun auf den Weg zum Tanz in ein Nachbardorf machen. Beide warten nur noch auf eine Bäuerin, die das Bett abholen kommt.
Ein Grund für Vrenchen Lügen könnte sein, dass sie sich ihren schönen Tag nicht verderben möchte. Beide haben sich heraus geputzt und träumen davon, reich zu sein und voller Überzeugung, dass es vielleicht doch noch ein gutes Ende für ihre Liebe geben könnte, spricht Vrenchen ihren Traum gegenüber der Bäuerin laut aus und lädt diese sogar in ihr potentielles neues zu Hause ein. In ihren Inneren ist ihr aber klar, dass es nur eine Träumerei ist, der sie nur zu gern nachhängt.Und auch ihre Liebe ist eine aussichtslose Verbindung, welcher beide, wenn auch nur für eine Tag, nachgeben wollen, um ihre Probleme für eine kurze Zeit zu vergessen.
Denn im sozialen Miteinander wie Beruf, Ehe, Familie und Elternschaft finden beide keine Zukunft. Der sich ihnen anbietende Mittelweg sich dem fahrenden Volk anzuschließen, das gerade im „Paradiesgärtlein“ feiert, wäre wiederum eine Bedrohung für ihre Liebe, da hier die Beziehungen untereinander ständig wechseln. Somit müssen sich beide auch dieser Gesellschaft entziehen und entscheiden sich für den Tod.
Alternativ hätten Sali und Vrenchen aber auch das Leben wählen können. Sie waren mittellos und hätten gemeinsam keinen Platz in der Dorfgesellschaft. Aber wenn sich Vrenchen bei jemanden anderen anstellen lassen würde und auch Sali eine Arbeit findet, würden beide zwar getrennt von einender und unverheiratet bei anderen Familie leben,aber beide hätten weiter leben können. Diese Lösung wäre gleichsam aber die Trennung der beiden und somit das Aus ihrer Liebe. Sie würden somit nur einen gemeinsamen Tag miteinander verbringen und danach ihrer Wege gehen.
Der Grund, der Vrenchen zu ihrer Lüge treibt, könnte also darin liegen, dass ihr klar ist, dass ihre Liebe eine aussichtslose Liebe ist, aber sie sich noch nicht für die ein oder andere Seite entschieden hat und immer noch auf ein Wunder hofft.
Beide hätten gern eine gemeinsame Zukunft in einer wirtschaftlich und familiär geordneten Gesellschaft gehabt. Dies wurde ihnen aber durch die Besitzgier, den Hass und die Dummheit und verlorene Arbeitsfähigkeit der Väter zunichte gemacht. Diese Umstände bilden die Grundlage für die schlechte Situation der Kinder und dieser konnten beide nicht entrinnen.
Mich selbst berührt diese Novelle von Gottfried Keller sehr und zeigt mir auch, dass Liebe nicht immer eine Chance hat. Ich selbst hätte mich nicht umgebracht, da ich finde, dass das Leben sehr viel mehr wert ist als eine Person an der man hängt. Denn verlieben kann man sich immer wieder, leben kann man aber nur einmal. Vrenchen hat zwar nun ihr zu Hause verloren, aber gleichsam war sie nun an einem Punkt angekommen, wo sie ihr Leben neu ordnen konnte. Denn sie kann sich nun bei einer anderen Familie anstellen lassen und wäre so aus ihrer Armut heraus. Sali hätte es hier viel schwerer gehabt, denn er wäre wieder nach Hause in das verfallene Gasthaus zurück gekehrt. Wenn er sich aber bei seiner Rückkehr nicht wieder von dem Trübsinn seines Vaters anstecken lassen würde, könnte er es mit dem Gasthaus noch zu etwas bringen. Und somit wären Vrenchen und Sali immer noch am Leben.
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Die Supernanny
Gast





BeitragVerfasst am: Mo, 17.11.2008 15:42 Nach oben

Zitat:
Außerdem soll ich eine Wertung und keine Analyse schreiben.


Hi Toni,

nach meinem Gefühl kannst du keine Wertung schreiben, wenn du den Text zuvor nicht vernünftig analysiert hast. Was willst du denn sonst bewerten?

Ich habe dich nicht nur kritisiert, sondern dir auch jede Menge Tipps gegeben. Leider gehst du darauf überhaupt nicht ein, sondern schreibst in deiner "Korrektur" fast genau dasselbe.

Beispiel: Keller lehnt den Aufbau seiner Novelle an das Drama von Shakespeare an: I. Exposition, II. Zuspitzung, III. Krise, IV. Verzögerung, und V. Katastrophe. Der vorgegebene Text stammt aus dem IV. Teil, der Verzögerung. Die Katastophe kommt nicht sofort, sie ist zwar schon erkennbar, aber es scheint sich doch alles noch zum Guten wenden zu können. Vrenchen träumt davon, mit Sali zu tanzen und beide wünschen sich, dass der Traum doch wahr werden möge. Sali versetzt seine Uhr und beide verlassen sonntaglich gekleidet die verödeten Anwesen ihrer Eltern. Vrenchen erzählt vergnügt und zuversichtlich von ihrer bevorstehenden Hochzeit. Ist ein gemeinsames Glück doch noch möglich?

Deine Wertung: Da Vrenchens Schilderung ein reines Lügengespinst ist, konterkariert Keller seinen eigenen Aufbau. Der Leser merkt durch Vrenchens übertriebene Darstellung ihrer gemeinsamen Zukunft in großem Reichtum ja andauernd, dass alles nicht stimmt. Eine mögliche Glückswendung ist von vornherein nur Schein. Das Lügengebäude wird immer dichter und immer brüchiger: zwar werden die jungen Leute überall als Brautpaar angesehen und bestaunt, aber bei der Kirchweih zugleich auch erkannt, weshalb sie ständig vorsichtig sein müssen und halb auf der Flucht sind. Kellers Wirkungsabsicht liegt darin, einen positiven Ausgang von vornherein auszuschließen. Sind in Shakespeares Drama viele Ereignisse vom Zufall bestimmt, ist dafür in Kellers Novelle kein Platz. Die Handlung steuert beständig und zweifelsfrei auf die Katastrophe zu.

Das ist jetzt nur ein möglicher Aspekt, als Ansatz in 5 Minuten hingeschrieben. Versuche einmal, den Niveauunterschied zu begreifen zwischen deinem Text (= ca. 8.Schuljahr) und dem obigen Ansatz (= Oberstufe).
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