Haben Behinderte immer weniger Nachteilsausgleiche?

  • Hey.

    Erhalten Behinderte oder Erkrankte überhaupt die Nachteilsausgleiche auf die ihnen der Gesetzgeber Anspruch gab?


    Beispielsweise fallen darunter der Schwerbehindertenausweis mit Markzeichen und Pflegegrade oder spezielle ärztliche Schreiben durch die erst ermöglicht wird bspw. finanzielle Entschädigungen, nicht-elektronische und elektronische Mobilitätshilfen (auch Kfz), Seh- Hör- und Nahrungsaufnahmehilfen, ambulante Betreuung und kostenbefreiter oder kostenreduzierte Teilhabe am ÖPNV und kulturellen Festen oder Erlass der Rundfunkgebühren, wie einen Toilettenschlüssel für Behindertentoiletten zu erhalten.


    Behinderte oder Erkrankte können normalerweise den ganzen Bürokratiekram der damit verbunden ist, um an Schwerbehinderung und Schwerbehindertenausweis, Pflegegrad und so weiter zu gelangen doch nicht alleine stämmen. Es brauch immer Verwandte oder professionelle Dritte, die beraten und die Formulare ausfüllen, in die Wege leiten, in Widerspruch gehen etc.


    Wenn jemand keine Verwandten hat die helfen und nicht an profesionelle Dritte kommt, können eigene Rechte nicht geltend gemacht werden. So was ist doch hochgradig unethisch und ist bestimmt auch ein Grund, warum viele keine Nachteilsausgleiche kriegen, obwohl sie Anspruch darauf hätten?

  • Einige Leute richten auch Websites zu Syndromen ein und schreiben, dass bspw. das Turner-Syndrom nicht als Behinderung gelten solle.


    Logischerweise kommt das dem Staat entgegen, der sich nicht mehr als Verantwortlichen sieht und Sanktionen verhängen darf wie er will.


    Es kommt nicht den Betroffenen entgegen, die dann keine Nachteilsausgleiche geltend machen können, trotz Beschwerden, und obwohl sie aus ethischer Sicht definitiv Nachteilsausgleiche kriegen sollten, damit sie ihren Alltag möglichst ohne existenzielle Nöte leben können.


    Für Behinderte und Erkrankte wird mMn. eher zu wenig als zu viel getan. Dass einige Leute das sogar gut finden und fordern - sogar häufig aus dem Antiabtreibungsaktivismus (Prolife) -, liegt vermutlich an einer sehr ableistischen und nationalsozialistischen oder christlichen Haltung. Denn diese Richtungen sind es, die Schwächere leiden sehen wollen, ihnen keine hohen Positionen zugestehen und sie nicht entschädigen wollen.

    Deren Logik ist sadistisch: "Du sollst leben aber in Leid".


    Sie schaffen keine Voraussetzungen, damit weniger Leid entsteht.