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Thema: Ilse Aichinger: Das Fenstertheater

  1. #1
    Claudia
    Gast

    Standard Ilse Aichinger: Das Fenstertheater

    Ilse Aichinger: Das Fenstertheater

    Die Frau lehnte am Fenster und sah hinüber. Der Wind trieb in leichten Stößen vom Fluss herauf und brachte nichts Neues. Die Frau hatte den starren Blick neugieriger Leute, die unersättlich sind. Es hatte ihr noch niemand den Gefallen getan, vor ihrem Haus niedergefahren zu werden. ...

    Außerdem wohnte sie im vorletzten Stock, die Straße lag zu tief unten. Der Lärm rauschte nur mehr leicht herauf. Alles lag zu tief unten. Als sie sich eben vom Fenster abwenden wollte, bemerkte sie, dass der Alte gegenüber Licht angedreht hatte. Da es noch ganz hell war, blieb dieses Licht für sich und machte den merkwürdigen Eindruck, den aufflammende Straßenlaternen unter der Sonne machen. Als hätte einer an seinen Fenstern die Kerzen angesteckt, noch ehe die Prozession die Kirche verlassen hat. Die Frau blieb am Fenster.

    Der Alte öffnete und nickte herüber. Meint er mich? dachte die Frau. Die Wohnung über ihr stand leer und unterhalb lag eine Werkstatt, die um diese Zeit schon geschlossen war. Sie bewegte leicht den Kopf. Der Alte nickte wieder. Er griff sich an die Stirne, entdeckte, dass er keinen Hut aufhatte, und verschwand im Inneren des Zimmers.

    Gleich darauf kam er in Hut und Mantel wieder. Er zog den Hut und lächelte. Dann nahm er ein weißes Tuch aus der Tasche und begann zu winken. Erst leicht und dann immer eifriger. Er hing über die Brüstung, dass man Angst bekam, er würde vornüberfallen. Die Frau trat einen Schritt zurück, aber das schien ihn zu bestärken. Er ließ das Tuch fallen, löste seinen Schal vom Hals - einen großen bunten Schal - und ließ ihn aus dem Fenster wehen. Dazu lächelte er. Und als sie noch einen weiteren Schritt zurücktrat, warf er den Hut mit einer heftigen Bewegung ab und wand den Schal wie einen Turban um seinen Kopf. Dann kreuzte er die Arme über der Brust und verneigte sich. Sooft er aufsah, kniff er das linke Auge zu, als herrsche zwischen ihnen ein geheimes Einverständnis. Das bereitete ihr so lange Vergnügen, bis sie plötzlich nur mehr seine Beine in dünnen, geflickten Samthosen in die Luft ragen sah. Er stand auf dem Kopf. Als sein Gesicht gerötet, erhitzt und freundlich wieder auftauchte, hatte sie schon die Polizei verständigt.

    Und während er, in ein Leintuch gehüllt, abwechselnd an beiden Fenstern erschien, unterschied sie schon drei Gassen weiter über dem Geklingel der Straßenbahnen und dem gedämpften Lärm der Stadt das Hupen des Überfallautos. Denn ihre Erklärung hatte nicht sehr klar und ihre Stimme erregt geklungen. Der alte Mann lachte jetzt, so dass sich sein Gesicht in tiefe Falten legte, streifte dann mit einer vagen Gebärde darüber, wurde ernst, schien das Lachen eine Sekunde lang in der hohlen Hand zu halten und warf es dann hinüber. Erst als der Wagen schon um die Ecke bog, gelang es der Frau, sich von seinem Anblick loszureißen.

    Sie kam atemlos unten an. Eine Menschenmenge hatte sich um den Polizeiwagen gesammelt. Die Polizisten waren abgesprungen, und die Menge kam hinter ihnen und der Frau her. Sobald man die Leute zu verscheuchen suchte, erklärten sie einstimmig, in diesem Hause zu wohnen. Einige davon kamen bis zum letzten Stock mit. Von den Stufen beobachteten sie, wie die Männer, nachdem ihr Klopfen vergeblich blieb und die Glocke allem Anschein nach nicht funktionierte, die Tür aufbrachen. Sie arbeiteten schnell und mit einer Sicherheit, von der jeder Einbrecher lernen konnte. Auch in dem Vorraum, dessen Fenster auf den Hof sahen, zögerten sie nicht eine Sekunde. Zwei von ihnen zogen die Stiefel aus und schlichen um die Ecke. Es war inzwischen finster geworden. Sie stießen an einen Kleiderständer, gewahrten den Lichtschein am Ende des schmalen Ganges und gingen ihm nach. Die Frau schlich hinter ihnen her.

    Als die Tür aufflog, stand der alte Mann mit dem Rücken zu ihnen gewandt noch immer am Fenster. Er hielt ein großes weißes Kissen auf dem Kopf, das er immer wieder abnahm, als bedeutete er jemandem, dass er schlafen wolle. Den Teppich, den er vom Boden genommen hatte, trug er um die Schultern. Da er schwerhörig war, wandte er sich auch nicht um, als die Männer auch schon knapp hinter ihm standen und die Frau über ihn hinweg in ihr eigenes finsteres Fenster sah.

    Die Werkstatt unterhalb war, wie sie angenommen hatte, geschlossen. Aber in die Wohnung oberhalb musste eine neue Partei eingezogen sein. An eines der erleuchteten Zimmer war ein Gitterbett geschoben, in dem aufrecht ein kleiner Knabe stand. Auch er trug sein Kissen auf dem Kopf und die Bettdecke um die Schultern. Er sprang und winkte herüber und krähte vor Jubel. Er lachte, strich mit der Hand über das Gesicht, wurde ernst und schien das Lachen eine Sekunde lang in der hohlen Hand zu halten. Dann warf er es mit aller Kraft den Wachleuten ins Gesicht.


    Ich bin mir einfach bei diesen zwei Aufgaben nicht ganz sicher:
    Wie kommentiert die Erzähler-Figur Gedanken und Verhalten der Frau?(Darin war ich noch nie gut)
    und
    Beschreiben und deuten Sie die Funktion der nonverbalen Kommunikation.
    Könnt ihr mir mal eure Meinung dazu sagen dann könnte ich aus allen einen Text schreiben....

    VIELEN VIELEN DANK im voraus
    Achtung: Dies ist ein alter Thread im Hausaufgaben Forum
    Diese Diskussion ist älter als 90 Tage. Die darin enthaltenen Informationen oder Fragen sind möglicherweise nicht mehr aktuell. Erstelle bitte zu deiner Frage ein neues Thema im Hausaufgaben Forum !!!!!

  2. #2
    Wolf
    Gast

    Standard

    Hi Claudia!

    Könnt ihr mir mal eure Meinung dazu sagen dann könnte ich aus allen einen Text schreiben....
    Meine Meinung: Suche dir einen guten Nachhilfelehrer! Jemandem, der überhaupt nichts kann, schreibt, machen will oder "noch nie gut darin war", dem kann ein Hausaufgabenforum auf die Schnelle nicht helfen. :? Für die Oberstufe wäre mir das eine zu mickrige Arbeitsmoral bei einer zu schlechten Orthografie!

  3. #3
    Gast

    Standard

    Deine Antwort hätte auch bisschen lieber sein können haha

  4. #4
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    07.09.2009
    Beiträge
    369

    Standard

    Zitat Zitat von Anonymous
    Deine Antwort hätte auch bisschen lieber sein können haha


    Entschuldige, wenn ich grob werde:

    Dumpfbacke! Der Thread war im November 2008 abgeschlossen; warum denn jetzt diese nichtssagende, unmaßgebliche Äußerung?.


    Meine ist es auch, weiß ich, aber, passt doch in Zukunft besser auf, wo ihr euch einzuschalten müssen glaubt.

    Flo

  5. #5
    Anonym
    Gast

    Rotes Gesicht AW: Ilse Aichinger: Das Fenstertheater

    es hätte aber trotzdem netter sein können!

  6. #6
    Unregistriert
    Gast

    Standard AW: Ilse Aichinger: Das Fenstertheater

    Achja, wenn einer NIE gut drin war, wozu soll denn das Hausaufgabenforum dann dienen?
    Natürlich IST das Hausaufgabenforum FÜR Hausaufgaben.
    Denken Sie mal an einen schwächeren Schüler, dessen Hilfe in Deutsch dringend benötigt wird und dessen Eltern und er selbst keinen Betrag für einen Nachhilfelehrer bezahlen können.

    WOZU dient DANN das Hausaufgabenforum?????

    ICH BITTE IHNEN IHRE KOMMENTARE ZU ERSPAREN!!!

    DIES SOLL EIN KOMMENTAR SEIN, DER ZUM NACHDENKEN BEWEGEN SOLL!!!

  7. #7
    Unregistriert
    Gast

    Standard AW: Ilse Aichinger: Das Fenstertheater

    Zitat Zitat von Wolf Beitrag anzeigen
    Meine Meinung: Suche dir einen guten Nachhilfelehrer! Jemandem, der überhaupt nichts kann, schreibt, machen will oder "noch nie gut darin war", dem kann ein Hausaufgabenforum auf die Schnelle nicht helfen. :? Für die Oberstufe wäre mir das eine zu mickrige Arbeitsmoral bei einer zu schlechten Orthografie!
    Was will man denn sonst ohne Abitur erreichen können???
    SICHERLICH kein ARZT!

    ÄRZTE HABEN STUDIERT UND SOMIT MUSSTEN SIE AUCH ABITUR MACHEN!!!

    EGAL OB GUT ODER SCHLECHT, ES MUSS SEIN, WAS ES SEIN MUSS!

  8. #8
    Moderator Avatar von nif7
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    Standard AW: Ilse Aichinger: Das Fenstertheater

    WOZU dient DANN das Hausaufgabenforum?????
    Es dient dazu, Schülern bei ihren Hausaufgaben zu helfen. Nicht jedoch kann es ein vollwertiger Ersatz für Nachhilfe sein, da in dem Fall wohl gravierendere Lücken zu füllen sind.
    Wie vor zwei Jahren (!) schon gesagt, gehört schon einiges an eigenem Willen dazu, um sich in so einer Lage zu verbessern - sei es nun mit oder ohne Nachhilfe. Wer diesen Willen aufbringt hat Chancen und kann auch auf die Unterstützung des Forums hoffen. Dann jedoch werden auch eigene Ansätze und Lösungsversuche erwartet.

    LG nif7
    Menschen, die etwas wollen, finden Wege. Menschen, die etwas nicht wollen, finden Gründe.


  9. #9
    live your life
    Gast

    Standard AW: Ilse Aichinger: Das Fenstertheater

    oh gooooott leute chillt mal euer leben. da hatte jmd ne ernsthafte frage. niemand sagt dass ihr der person die hausaufgaben erledigen sollt. stellt euch nich so an. das forum ist zum helfen da und nicht zum beleidigen.....

  10. #10
    Neuer Benutzer
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    28

    Standard AW: Ilse Aichinger: Das Fenstertheater

    ...live xour life, du hast recht.aber etwas " amüsant" ist es schon.
    leider werden im forum verbesserungsvorschläge & co. immer etwas "böse" aufgefasst...

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